Schwerkleinwagen (SKL) sind schienengebundene Baufahrzeuge, auch Rottenkraftwagen genannt. Von der Deutschen Reichsbahn (DR) wurde die Bauart "Schöneweide" ab 1957 als Nachfolgefahrzeuge der Motordraisinen in Dienst gestellt. Beheimatet waren sie zumeist bei den Bahnmeistereien (Bm), die einen festgelegten Streckenabschnitt von einem größeren Bahnhof aus zu unterhalten hatten. Hauptaufgabe dieser Dieselfahrzeuge war es Material, Technik und Arbeiter zu Netzbaustellen zu befördern. Ein oder zwei Beiwagen konnten dabei mitgeführt und anstelle der Ladefläche konnten auch Hubgeräte montiert werden.

Zum SKL-Zug der Eisenbahnfreunde ist wenig bekannt, da das Betriebsbuch verschollen ist. Er hat stets zur Deutschen Reichsbahn gehört und war mit Sicherheit jahrzehntelang bei der Bahnmeisterei Freiberg (Sachs) eingesetzt. Zuletzt war der Arbeitszug im Endbahnhof Langenau abgestellt. Hier blieb er nach der Einstellung des Reiseverkehrs am 1. Juni 1997 und der Streckenstilllegung Brand-Erbisdorf – Langenau am 15. August 1998 zurück. Der örtliche Eisenbahnverein Langenau e. V. wollte diesen SKL-Zug abgeben und so gelangte er am Ostersonntag, 22. März 2008 ins Chemnitztal. Die "Langenauer" organisierten auch die Technik für den Antransport nach Markersdorf-Taura. Der Beiwagen gelangte im Rahmen von Instandsetzungsarbeiten auf der Museumsbahn sofort zum Einsatz, wobei er mit dem Geräteträger GT 124 gekuppelt wurde.

Im Mai 2009 begann die Aufarbeitung des Triebfahrzeugs durch die Vereinsmechaniker. Zum „Chemnitztalfest“ am 20./21. Juni konnte der Wagen bereits in weinrot-schwarzer Farbgebung, jedoch noch nicht betriebsfähig, den Besuchern präsentiert werden.

2010 begann der Umbau des Anhängefahrzeugs zum Personenwagen, denn es hatte sich herausgestellt, dass die Platzkapazität der Fahrraddraisine im Zugbetrieb nicht mehr ausreichte. Anlässlich des Bahnhofsfestes zum 10-jährigen Vereins-Jubiläum nahm der Beiwagen am 4. Juni 2011 den Regelbetrieb auf der Museumsbahn auf, wiederum gezogen vom treuen Zweiwegetraktor "Paul". In dieser Form bestritt man den Regelbetrieb auf der Museumsbahn mehr als sieben Jahre lang. In dieser Zeit erhielt der ehemalige SKL-Zug auch die neu festgelegten Betriebsnummern VT 24 004 und VB 24 - 01.

Die Betriebswerkstatt im Lokschuppen von Markersdorf-Taura widmete sich weiter der Motorisierung des Triebfahrzeugs. Die Aufarbeitung von Motor, Getriebe und Druckluftbremse nahm jedoch erst ab Anfang August 2018 richtig Fahrt auf. Nach 230 Arbeitsstunden war das große Werk geschafft. Am Nachmittag des 27. Oktober 2018 spannte sich das Triebfahrzeug ohne "großen Bahnhof" vor den Personenwagen und übernahm um 16:30 Uhr einen der Saisonabschluss-Züge nach Amselgrund. Die Ladefläche des Triebwagens ist für den Fahrrad-Transport parallel zum Chemnitztalradweg vorgesehen.

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Foto mit SKL-Zug - Ankunft Ankunft des SKL-Zugs am 22.03.2008 am Gleis 5. Die Abladung des Beiwagens beginnt

Foto mit SKL-Triebfahrzeug bei Aufarbeitung Aufarbeitung im Lokschuppen am 8. Juni 2009.

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Foto mit Präsentation zum Chemnitztalfest 2009 Erst-Präsentation des optisch aufgearbeiteten Trieb-
fahrzeugs zum Chemnitztalfest am 20. Juni 2009.

Foto mit Triebwagenzug vor dem Lokschuppen Am 28. Oktober 2018 wartet der fertige Triebwagenzug vor dem Lokschuppen auf das Ausrücksignal.

 

Triebfahrzeug

Beiwagen

Hersteller RAW Berlin-Schöneweide bzw. Nachfolgeproduzent VEB Gleisbaubetrieb Naumburg (Saale)
Gattung SKL 24  
EFC-Nummer VT 24 004 VB 24 - 01
Baujahr Zeitraum 1960-70 1975
Fahrgestell-Nr.    
Achsfolge B 2
Länge über Puffer 5500 mm 4320 mm
Breite über alles 2520 mm 2590 mm
Höhe über Schienenoberkante 2710 mm 1830 mm, ursprünglich 1170 mm
Gesamt-Achsstand 2500 mm 2000 mm
Rad-Durchmesser 560 mm 560 mm
Dienstmasse 5,8 t 3,4 t
Tragfähigkeit   9,0 t
Ladefläche 8,4 qm  
Fahrmotor 4 NVD 12,5 SRL   -
Leistung 41 PS / 30 kW   -
Höchstgeschwindigkeit 45-50 km/h 45-50 km/h
Kraftübertragung dieselmechanisch   -
Sitzplätze 3 18, ursprünglich keine

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