Chemnitztalradweg in Arbeit - wo sind touristische Ziele?

Verhandlungen zwischen Bahn AG und den Anrainerkommunen noch nicht abgeschlossen - Interessenkonflikte mittlerweile ausgeräumt.

Leipzig/Rochlitz/Markersdorf-Taura. (HÖB) Die Vorbereitungen für den Umbau der früheren Chemnitztalbahn in einen Radweg laufen auf vollen Touren, obwohl die Aussagen über Sehenswürdigkeiten und gastronomische Einrichtungen im Abschnitt zwischen Markersdorf-Taura bis Wechselburg ihre eigene Sprache sprechen. Noch sind die Verhandlungen zwischen der Deutschen Bahn AG und den Gemeinden, die am Kauf der Strecke interessiert sind, nicht abgeschlossen. Es gebe aber keine Hemmnisse, die einem Erfolg entgegenstehen, teilt Jörg Bönisch von der Pressestelle der Deutschen Bahn in Leipzig mit. Als Grund dafür nennt er, dass Interessenkonflikte inzwischen ausgeräumt werden konnten.

Verein will Abschnitt pachten

So soll der Radweg zwischen dem Bahnhof Markersdorf/Taura und dem rund zwei Kilometer entfernten Haltepunkt Schweizerthal/Diethensdorf neben der alten Bahntrasse geführt werden. Diesen Abschnitt möchte der Verein Chemnitztalbahn für seine Aktivitäten von der Deutschen Bahn AG pachten. Entsprechende Kontakte mit den Anliegerkommunen bestätigt auch der Vereinsvorsitzende Robin Helmert.

Besuchermagnet für einige Tage

Er hat schon den Bahnhof Markersdorf/Taura von der Deutschen Bahn AG gekauft und mit seinen Mitstreitern das diesjährige Bahnhofsfest organisiert. Dabei ließen die Mitfahrgelegenheiten auf der vereinseigenen Fahrraddraisine und die motorbetriebenen Schienenkleinwagen den Bahnhof Markersdorf-Taura für zwei Tage zu einem Besuchermagnet werden, ohne dass zuvor riesige Summen aus öffentlichen Kassen in den Abbruch von Gleisen und Wegebau geflossen sind. Vielmehr geben die Projekte des rührigen

  Vereins den Langzeitarbeitslosen aus der Region eine Chance, mit vergleichsweise wenig Steuergeldern an einen Anlaufpunkt für Ausflügler und Touristen mitzuwirken.

Wenig los an der Strecke

Doch dieses Projekt wird offensichtlich nur bis Schweizerthal/Diethensdorf geführt, obwohl der geplante Chemnitztalradweg auf dem folgenden Abschnitt bis Wechselburg keine vergleichbaren Anziehungspunkte bieten kann. "Da sieht es ein bissel finster aus. Die Gaststätten sind alle tot. An der ganzen Strecke gibt es nichts mehr", reagierte das Tourismusbüro in Burgstädt auf die Frage nach Sehenswürdigkeiten und der Möglichkeit zum Kaffeetrinken bei einer Wanderung oder Radtour vom Museumsbahnhof nach Wechselburg. "Ach du großer Gott", waren die ersten Worte aus dem Büro für Öffentlichkeitsarbeit in der Gemeindeverwaltung Königshain-Wiederau. Hier kam dann der Hinweis auf ein Ehrenmal im Ortsteil Stein, die Langmühle von Wiederau und eine Gaststätte in Göritzhain, die jedoch nicht unmittelbar im Chemnitztal liegen. "Direkt auf dem Stück ist nichts mehr. Doch die Landschaft ist schön", lautete die Auskunft aus dem Rathaus in Lunzenau. Dort wurde auf die Gasthäuser in Göritzhain und Nöbeln verwiesen, welche aber auch nicht direkt im Chemnitztal zu finden sind. "Das ist in der Hauptsache die Natur. Die Ruinen am Weg sprechen ihre eigene Sprache", meinte schließlich Dorothea Palm, Chefin des Heimat- und Verkehrsvereins "Rochlitzer Muldental". Auch sie empfahl als interessante Ziele einen Abstecher zur Langmühle in Wiederau und zum Züchter von Highlandrindern in Stein. Der Tourismusexpertin zufolge soll der Chemnitztalradweg die Einwohner aus dem Ballungsraum Chemnitz auf dem schnellsten Weg ins Muldental mit seinen Sehenswürdigkeiten bringen. "Dabei ist der Abschnitt schnell durchradelt", so Palm.

Freie Presse - Rochlitzer Zeitung, Sonnabend/Sonntag, 25./26.11.2006.
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