Im Chemnitztal siedelte sich erst relativ spät Industrie an. Ausgelöst wurde der Wirtschaftsaufschwung durch die Eröffnung der Chemnitztalstraße 1880. Die nächstgelegenen Bahnlinien waren die Strecken Riesa - Chemnitz und Leipzig - Kieritzsch - Chemnitz, die bereits 1852 bzw. 1872 fertiggestellt waren. Obwohl die Bahnhöfe Burgstädt und Cossen (Leipziger Strecke) weniger als fünf Kilometer entfernt waren, stellten die Steigungen aus dem Tal heraus für Pferdefuhrwerke oftmals ein Problem dar. So bemühten sich die Fabrikanten schon bald um einen direkten Eisenbahnanschluss.

Alternativ zur Flusstalbahn Chemnitz - Wechselburg wurde auch eine sogenannte "Querbahn" Limbach - Burgstädt - Mittweida diskutiert. Sie sollte ab Markersdorf eine Zweigstrecke bis Wechselburg erhalten. Auch die Spurweite stand zur Debatte, denn für Schmalspurbahnen waren Bau- und Betriebskosten weit niedriger. Die erste Eingabe 1893 scheiterte. Daraufhin trieben die Unternehmer noch mehr Eigenmittel auf. Endlich, 1896 genehmigte der Sächsische Landtag die Strecke Chemnitz-Küchwald - Wechselburg in Normalspur.

Nach einem schweren Hochwasser im Jahre 1897 ließ die Staatsbahn die Strecke noch einmal neu projektieren. Im März 1900 begannen die Bauarbeiten. Wegen der hochwassersicheren Lage waren nun auf 23,8 Kilometern Streckenlänge 15(!) Chemnitzbrücken und zwei Tunnel notwendig. Auch der Anschluss-Bahnhof Wechselburg an der Muldentalbahn Glauchau - Rochlitz - Großbothen - Wurzen musste praktisch neu gebaut werden. Das steigerte die Baukosten schließlich auf 150 Prozent der bewilligten Mittel. Als das bekannt wurde, musste der sächsische Finanzminister von Watzdorf zurücktreten. Der Landtag machte klar, dass die Strecke bei diesen hohen Baukosten nie genehmigt worden wäre. Insofern hatten die Chemnitztaler Glück. Zu ihrer Freude machte der Bahnbau gute Fortschritte und war im Juni 1902 beendet.

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Foto mit Belastungsprobe Belastungsprobe der Chemnitzbrücke oberhalb von Markersdorf mit drei Loks der Gattung V T.

Foto mit Dietensdorfer Tunnel Bau des 222 Meter langen Diethensdorfer Tunnel, hier die Einfahrt Mohsdorfer Seite.

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Foto mit Bahnhof Wechselburg beim Umbau Gewaltige Erdmassen waren beim Umbau des Bahnhofs Wechselburg zu bewegen ...

Foto mit neuem Bahnhof Wechselburg
... doch Mitte des Jahres 1902 konnte man ab Gleis 5 direkt nach Chemnitz fahren.

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