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Anfang 1999 trafen sich die ersten Eisenbahnfreunde zu regelmäßigen Beratungen.
Der Personenverkehr auf der Strecke Chemnitz-Küchwald - Wechselburg war im Jahr
zuvor eingestellt worden und die Gesamtstilllegung war abzusehen. Als Nachnutzungskonzept dachte die Freizeitgruppe zunächst an einen touristischen Draisinen-Fahrbetrieb wie z. B. in Templin (Nordbrandenburg). Gleichwohl sind Draisinen nur eine von vielen Möglichkeiten, um die herrliche Strecke der Chemnitztalbahn wieder zu beleben. Wenn die Reaktivierung der Bahn gelingen sollte, mussten in jedem Fall Kooperationen mit anderen Eisenbahn- oder Touristik-Unternehmen eingegangen werden. Damit in diesem Sinne gearbeitet werden konnte, empfahl sich die Umwandlung der Freizeitgruppe in einen gemeinnützigen Verein. Am 3. Februar 2001 trafen sich im Kleinlokschuppen des Bahnhofs Markersdorf-Taura die Gründungsmitglieder und hoben den Verein "Eisenbahnfreunde Chemnitztal e. V." (EFC) aus der Taufe. Eine Satzung wurde verabschiedet und der Lokführer Robin Helmert zum Vereinsvorsitzenden gewählt. Der Verein hat sich seitdem die Förderung der Denkmalpflege zum Ziel gemacht. Er setzt sich namentlich für den Erhalt der Anlagen der Chemnitztalbahn und für ein würdiges Umfeld ein. Insbesondere gehören im Bahnhof Markersdorf-Taura das Empfangsgebäude mit der historischen Ausstattung, die Nebengelasse, der Güterschuppen, das Wasserhaus sowie die Stellwerks- und die Sicherungstechnik und die Gleisanlage der Chemnitztalbahn dazu. Die Realität sah allerdings trübe aus: Die Deutsche Bahn legte die Strecke am 11. Dezember 2001 still.
Zunächst aber brauchten die Eisenbahnfreunde ein Vereinsdomizil. An der Jahreswende
2001/02 wurde der Kleinlokschuppen offiziell von der Deutschen Bahn angemietet.
Zum gleichen Zeitpunkt verschenkten die Stadtwerke Chemnitz AG eine Diesellok vom
Typ V 22 B an den Verein. Diese traf am 30. Mai 2002 in Markersdorf ein -
rechtzeitig vor dem 1. Bahnhofsfest anlässlich des 100jährigen Streckenjubiläums. Der Jubiläumstag am 29. Juni 2002 war ein voller Erfolg. Eine bunte Mischung von Sachsponsoren und mehrere 100 Besucher sorgten für Leben auf dem Bahnhof Markersdorf-Taura. Als Mittelpunkt gab es Draisinen-Fahrten auf Gleis 7. Immer wieder wurde gefragt, wie es mit der Strecke denn weitergeht. Die bis heute ungeklärten Fragen motivierten und gaben dem Verein Schubkraft. Seitdem wollen die Eisenbahnfreunde Chemnitztal wenigstens den Bahnhof Markersdorf-Taura erhalten. Dazu gründete sich im Dezember 2002 eine Kultur- und Freizeitgruppe in der Stiftung Bahn-Sozialwerk (BSW). Nach schwierigen Verhandlungen konnte der Verein im Oktober 2005 die Güterverwaltung für Büro- und Arbeitsräume anmieten. Anfang August 2006 wurde auch der sanierte Lokschuppen mit dem Einbau des Rolltores endgültig seiner Bestimmung übergeben. Im Hochsommer 2007 war schließlich auch der Innenausbau inklusive Werkstatt und Gleisgrube beendet. So konnte die neue Betriebswerkstatt der Chemnitztalbahn anlässlich der 8. Mitgliederversammlung am 18. August 2007 übergeben werden.
Das Raiffeisengebäude soll später ein kleines Eisenbahnmuseum beherbergen.
Erster Schritt war die Neueindeckung des Daches im Frühsommer 2006. Für das Museum
hat der Verein hat bereits viel historisches Material zusammengetragen.
Zu dieser Zeit formulierte man ein neues Vereinsziel: Abschluss eines
Pachtvertrages für die 1,7 km lange Strecke Markersdorf-Taura -
Schweizerthal-Diethensdorf. Mit dem Kauf der Strecke durch
die Anliegerkommunen am 10. Dezember 2007 wird der Vertragspartner nun "Gemeinde
Claußnitz" und nicht "DB Netz AG"
heißen. Im Spätherbst 2006 stand eine Ergänzung des Rollmaterials bevor. Ein Ersatzmotor für die Diesellok V 22 und ein schwerer SKL-Beiwagen wurden aus Glauchau nach Markersdorf-Taura umgesetzt. Im Mai 2007 konnte dann ein Schwerkleinwagen SKL 24 inklusive Anhänger übernommen werden. "Jüngstes Kind" ist der Schienentraktor GT 124, der schließlich auch als erstes Fahrzeug in der Betriebswerkstatt aufgearbeitet wurde und noch vor Jahresende dem Verein zur Verfügung stand.
Gleichfalls 2007 starteten Arbeiten zum Anschluss von Empfangsgebäude, Güterverwaltung
und Raiffeisengebäude an das Abwassernetz. Die Trinkwasser-versorgung im
Bahnhofsgelände wird parallel dazu neu installiert
bzw. reaktiviert. |
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