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In den 90er Jahren sorgte der ständig steigende Individualverkehr für
neue Einbrüche bei den Fahrgastzahlen. Dennoch konnte das Zugangebot sogar leicht
verbessert werden, wie der
Fahrplan 1994/95 ausweist. Ab 1995 übernahmen modernisierte Leicht-Triebwagen
der Baureihe 772/972 ("Ferkeltaxen")
den Reiseverkehr. Im letzten Fahrplan 1997/98
fuhren die Züge bereits in Auerswalde-Köthensdorf und Schweizerthal-Diethensdorf
durch. Zu diesem Zeitpunkt benutzten noch 180 Fahrgäste täglich die
Chemnitztalbahn, im Durchschnitt waren das neun Fahrgäste pro Zug.
Schließlich stellte die Deutsche Bahn mit Wirkung vom 24. Mai 1998 den
Personenverkehr ein. Am Tag zuvor führte die Hilbersdorfer Dampflok 50 3648
Sonderzüge durch das Chemnitztal. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung
verließ um 17.42 Uhr die letzte RegionalBahn
Chemnitz Hbf, um 18.39 Uhr in Wechselburg
einzutreffen. Im Güterverkehr waren Ende der 90er Jahre noch zwei Kunden übrig geblieben. Das waren der Steinbruch der Westsächsischen Steinwerke in Diethensdorf und der Chemiebetrieb Zschimmer & Schwarz in Mohsdorf. Diese Unternehmen wollten eigentlich auch bei der Bahn bleiben, doch der Gleiszustand verschlecherte sich weiter. Schließlich drängte die Deutsche Bahn auf die volle Verlagerung der Gütertransporte auf die Straße. Am 3. Januar 2000 verließen die letzten beiden Güterzüge das Tal in Richtung Chemnitz.
Der Fahrweg-Betreiber DB Netz schrieb die Strecke daraufhin aus, doch es fand
sich kein neuer Betriebsführer. Zu groß war die erforderliche Investitionssumme von
9,2 Mio. EUR. So beantragte DB Netz
die Stilllegung der 21,0 Kilometer langen Strecke Chemnitz-Glösa - Wechselburg,
die das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) am
11. Dezember 2001 genehmigte. Am 31. Dezember 2002 trat die Stilllegung in Kraft,
nachdem Gleisbauarbeiter unter der Autobahnbrücke in Glösa die Schienen getrennt
hatten.
Ein bescheidener Restbetrieb wird zur Bedienung des Heizkraftwerkes Nord in
Chemnitz weiter bestehen. Zwischen Chemnitz-Glösa und Chemnitz-Küchwald werden
Neben- und Abfallprodukte zur Weiterverarbeitung abtransportiert,
z. B. Gips und Asche. Leichtes Heizöl wird über diesen Gleisanschluss zugeführt.
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1945 bis 1990
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